Die Chartreux

 

Die Chartreux

Die Chartreux (gesprochen schartrö) – die französische National Katze oder vielleicht die charmanteste Bezeichnung „La Belle Française“ (die schöne Französin), die schon Leute wie Charles de Gaulle (französischer General und Staatsmann) oder französische Schriftstellerin Colette faszinierte und verzauberte.

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Historisches

Chartreux Kater 1960

Oftmals wird die Chartreux als Kartäuser bezeichnet, was nicht korrekt ist. Die Chartreux ist eine eigenständige Katzenrasse. Sie stammt ursprünglich aus den Gebirgsgegenden im mittleren Orient. Das dichte und leicht wollige Fell schützte sie dort vor der Kälte in ihrer gebirgigen Herkunftsregion. Erstmals gezüchtet wurde die Chartreux im 16. Jahrhundert.

Ihre Geschichte und der Name der Chartreux geben Anlass zu vielerlei Vermutungen. Hauptsächlich ist es der Name, der immer wieder Anlass zu Spekulationen gibt. So seien es Kartäusermönche gewesen, welche die Rasse nach Frankreich eingeführt haben. Richtig ist, die Katzen kamen im frühen Mittelalter über verschiedene Handelswege nach Frankreich. Sie fand viele Liebhaber und wurde zur französischen National Katze.

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Erscheinungsbild

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Die Chartreux ist eine mittelgroße, muskulöse und robuste Kurzhaar Katze. Sie ist eine stattliche und äußerst widerstandsfähige Katze mit schwerem Knochenbau. Gleichwohl wirkt sie im Auftreten ausgesprochen anmutig und geschmeidig mit ihrem Körperbau. Die Körperstruktur ist kräftig, fest mit muskulöser Breite und gut entwickelter Brust. Als Spätentwickler sind sie erst mit 2-3 Jahren ausgewachsen.

Die Chartreux besitzt nur die Fellfarbe Blau, die richtig genommen einer gleichmäßigen grauen Fellfarbe entspricht. Das Blau, bestimmt von einem Verdünnungsgen, Allele „d“, entstand aus einer schwarzen Farbe. Die Fellfarbe Blau ist nur eine der geschätzten Besonderheiten dieser Rasse.

Die Chartreux unterscheidet sich deutlich von anderen blauen Katzen. Kreuzungen zwischen Chartreux und anderen blauen Rassen sind unerwünscht. Unter den blauen Katzenrasse wird die Chartreux als eleganter blauer Puma bezeichnet. Nichts an der Chartreux ist extrem oder abnormal. Im Gesamtbild „designed by nature“ – eine naturbelassene Katze.

Zuchtziele sind die Erhaltung des historischen Erscheinungsbilds der Rasse.

Text entnommen aus der Rassebeschreibung BSH:

Unter der Bezeichnung Kartäuser wird oftmals eine Britisch Kurzhaar Katze (BSH) verstanden. In den Jahren von 1970 bis 1977 waren die Chartreux und die Britisch Kurzhaar Katze in einer einzigen Klasse zusammengefasst.

Wie kam es nun dazu? Nach dem 2. Weltkrieg war die sehr beliebte Katzenrasse BSH vom Aussterben bedroht und es wurden Perser & Chartreux eingekreuzt. Die Chartreux-Züchter die aufgrund des Krieges ebenfalls große Probleme mit dem Fortbestand ihrer Rasse hatten, kreuzten Briten in ihre Chartreux. Die beiden Rassen wurden, wie man sich vorstellen kann immer ähnlicher was dazu führte, das die FIFé 1970 beschloss diese beiden Rassen zu einer Kategorie zusammen zufassen. Diese Kategorie nannte man „Britisch Kurzhaar“, die blauen Briten erhielten den Zusatz „Kartäuser“.

Durch das Engagement von Jean Simonnet 1977 revidierte die FIFé ihren Beschluss von 1970 und teilte beide Rassen wieder strikt voneinander.

In sehr vielen Vereinen ist es heute immer noch so, dass die blauen BSH als Kartäuser bezeichnet werden. Was natürlich bei vielen für sehr viel Verwirrung sorgt und auch heute noch die Chartreux Züchter zur Weißglut bringt. Es ist jedoch durchaus so, dass wenn ein Liebhaber von einem „Kartäuser“ spricht er in aller Regel die dicken runden Bärchen in blau meint – die BSH.

Im 1. DEKZV e.V. wurde der Zusatz „Kartäuser“ für die blauen BKH 1991 untersagt um dem Verwirrspiel ein Ende zu bereiten, zumal es weit mehr Farben bei den BKH gibt wie nur blau. Somit wurde der Begriff Kartäuser als Namenszusatz abgeschafft und die blauen Bärchen heißen heute einfach nur noch BKH blau.

Die Werbung bedient sich gerne der BSH um für ihre Produkte zu werben. Nehmen wir alleine mal die Sheba Werbung wo ein blauer Briten durchs Wohnzimmer schlawänzelt, oder aber die Reklame von Whiskas, wo ein Brite in black-silver-tabby die Herzen der Zuschauer höher schlagen lässt.

Ende Text entnommen bei Rassebeschreibung Britisch Kurzhaar von Janine Marquardt

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Körperbau

Die Gestalt der männlichen und weiblichen Tiere unterscheidet sich stark in der Körpergröße. Man spricht von einem Geschlechtsdimorphismus. Der Körper ist groß und kräftig. Bei ausgewachsenen Tieren ist die Katze deutlich kleiner als der Kater. Sie hat eine schmalere Brust und nicht so ausgeprägte Backen wie der Kater. Ein ausgewachsener Kater wiegt gewöhnlich über 7 kg. Ein weibliches Tier liegt bei einem Normalgewicht von ca. 4,5 bis 5 kg. Trotz ihrer Schwere ist die Chartreux eine außergewöhnlich elegante Katze: Sie geht nicht einfach, sie schreitet – nicht übertrieben, sondern maßvoll – ein blauer Puma.

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Beine

Die Chartreux hat in Proportion zum Körper mittellange Beine zum Körper mit kräftigen Muskeln. Die Pfoten sind groß und breit mit blaugrauem Fußballen.

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Fellstruktur

Fellstruktur

Das Fell, man spricht von Doppelfell oder auch Unterwolle, ist glänzend dicht, seidig samtig und einfarbig grau. Das Grau, in der Fachwelt spricht man von Blau, muss einfarbig und einheitlich sein ohne Spuren einer anderen Farbe. Blau ist die alleinige Fellschattierung der Chartreux. Die Farbscala reicht von einem hellen Blaugrau bis zu dunkleren Blaugrau.

Die Fellstruktur wird als Doppelfell bezeichnet. Die etwas mittellangen Haare sind seidig in den Spitzen, glatt und glänzend und verleihen dem Fell sein typisches Naturell. Kurze bis mittellange weiche Haare an der Basis, üppig im Wuchs gibt dem Fell eine wollige Struktur. Die starke Unterwolle lässt das Fell aufspringen. Haarausfall wird nur vermehrt sichtbar in den Haarwechselperioden im Frühjahr und Herbst.

Haare

Eine „Geisterzeichnung“ zeigt sich bei Kitten meist an den Hinterbeinen und am Schwanz. Diese verliert sich jedoch etwa bis zum Abschluss des ersten Lebensjahres.

Nicht dem Standard entsprechen: weiße Haare, zu starker Unterschied in der Farbe der Deckhaare und des Unterfells, sowie Schattierungen, Geisterzeichnungen, Tipping (Fachausdruck aus dem Englischen für Spitzen; bei „getippten“ Katzen sind nur die Haarspitzen dunkler gefärbt als das übrige Fell), bräunlicher oder rötlicher Schimmer in der Fellfarbe.

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Kopf – Nase – Kinn

Die Kopfform der Chartreux ist trapezförmig, breit an der Basis, mit einem entwickelten Schädel, der nicht gewölbt ist und einen schmalen flachen Zwischenraum zwischen den Ohren besitzt. Die mittelgroßen Ohren sind hoch am Schädel sitzend, leicht nach außen laufend, so dass die Katze einen aufgeweckten Eindruck vermittelt. Ein ausgewachsener Kater hat dicke „Katerbacken“, die bei einer weiblichen Katze nur andeutungsweise vorhanden sind. Die Schnauze ist schmal und hat gut entwickelte Schnurrhaar-Kissen. Zwischen Nase und Stirn muss eine gerade Linie sichtbar sein. Der Nasenspiegel hat eine blaugraue Farbe, ebenso die Lippen Ballen. Und Blau muss auch die Haut einer Chartreux sein.

Nicht dem Rassestandard entsprechen eine gewölbte Nase oder Stupsnase, römische Nase sowie eine lange schwere Schnauze.

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Die Augen

Augen1

Die Augenform einer Chartreux ist sehr expressiv, groß und offen, nicht allzu rund. Sie sind lebhaft und zeigen ein aufmerksames Aussehen.

Augen2

Der äußere Augenrand ist leicht nach oben gezogen und verleiht den Augen ein mandelförmiges Aussehen. Die Augenfarbe einer Chartreux entwickelt sich von anfänglich blau bei einem Kitten über ein wenig attraktiven schmutzig-braunen Farbton, bis hin zu einem dunklem gelb bis dunklem Kupferton, rein und sehr intensiv. Abhängig von Stimmungen und Hormonen, kann die Augenfarbe bei einer Chartreux im Alter variieren. Die Tageszeit ist gleichermaßen ein ausschlaggebender Faktor für die Augenfarbe.

Nicht dem Rassestandard entsprechen Spuren von Grün oder wässriger Ton der Augenfarbe.

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Anerkannte Augenfarben in den Vereinen sind

  • LOOF : Gelb bis Orange

  • FIFé : Gelb bis Kupfer

  • WCF : Gelb bis dunkles Kupfer

  • CFA : Gold bis Kupfer

Entwicklung der Augenfarbe bei einem Chartreux Kitten Fotos von links oben nach rechrts unten (zeilenweise): Kitten mit 4 Wochen, 9 Wochen, 12 Wochen und 16 Wochen.

Kitten 4Wo Kitten 9Wo Kitten 12Wo Kitten 16Wo

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Die Ohren

Chartreux - Jimbo de la Chabanade

Die Chartreux hat mittelgroße Ohren, hoch am Schädel sitzend, so dass die Katze einen aufgeweckten Eindruck vermittelt. Die Ohren sind leicht nach außen auslaufend.

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Wesen

Chartreux - *FR Gucci

Die Chartreux zählt zu den stillen Katzenrassen. Sie miaut wenig und wenn, nur mit gedämpfter Stimme. Eine leise Katze, die sich mit der ganzen Familie anfreundet und lässt sich auch durch Fremde nicht stören. Sie ist eine freundliche, unkomplizierte und sehr ruhige Katze. Sie ist zärtlich, friedliebend, selbstständig und nicht übermäßig anspruchsvoll.
Die Chartreux, insbesondere die männlichen Tiere, bevorzugen ständig die Nähe ihrer Menschen. Ohne aufdringlich zu sein, laufen sie ihrem Menschen hinterher – sie wollen einfach nur dabei sein. Die weiblichen Katzen sind etwas mehr distanziert, aber ebenso aufgeschlossen gegenüber Gästen und Besuchern. Die Chartreux liebt ein geregeltes und harmonischen Leben und die Ruhe. Sie ist als ruhige Katze besonders für jemanden geeignet der ein geregeltes Leben führt.
Das Wesen und der Charakter der Chartreux kann man so umschreiben: Primadonna, Seelchen, Kumpel und Intelligenzbestie. Ihr Wesen umfasst die ganze Palette von liebevoll, schmusig und anschmiegsam. Es sind witzige und charmante Kobolde, sensibel und aristokratisch von starker Persönlichkeit. Ihre Leidenschaft glüht im Verborgenen. Die Chartreux ist treu, konsequent und unbestechlich. Wer sie respektiert, den liebt sie – für immer.

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Haltung

Charteux Leine1 Charteux - Anatole de Mergan

Die Chartreux ist eine eher unkomplizierte Katze, die nur selten einen Tierarzt zu sehen bekommt. Sie ist ein guter „Fresser“, insbesondere ein kastriertes Exemplar. Hier sollte eine konsequente Ernährungskontrolle erfolgen. Keiner möchte Hüft Gold ansetzten, auch Katzen nicht. Als ruhige Katze ist die Chartreux besonders für jemanden geeignet der ein geregeltes Leben führt. Katzen können bis zu 20 Jahren und älter werden. Sie brauchen jeden Tag Zuwendung und Pflege, besonders wenn die Katzen in der Wohnung lebt. Speziell Singles sollten bereit sein, genügend Zeit aufzubringen. Bedenken Sie, „Katzen hassen sterile Yuppie-Wohnungen“ und können ganz schön fordern und nervig sein!

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Pflege

Die Fellpflege der Chartreux bedarf nur wenig einer Unterstützung durch den Menschen. Die Kater mögen meist ein wöchentliches Bürsten. Dies stärkt auch die Bindung an den Menschen. Lediglich während des Fellwechsels ist eine Unterstützung durch gelegentliches Bürsten angezeigt. Die Chartreux Katze lässt es zu an der Leine zu laufen. So trägt Sie auch den Beinamen „Hundskatze“ (franz.: „chat de chien“).

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Zuchtziele

Die Chartreux trägt das beste Label das es gibt: designed by nature. Das vorrangige Ziel der heutigen Züchter ist es, die Rasse so zu erhalten mit all ihrer Ursprünglich- und Natürlichkeit und ihre spezifischen Merkmale weiter zu festigen.

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Danke an: https://www.rassekatzen-stuttgart.de/ für die tolle Beschreibung